Das erste Viertel dieses Monats ist schon fast rum und ich komme erst dazu diese Zeilen zu schreiben. Es sind im Moment keine einfachen Zeiten, für viele von uns. So viele Meinungen, so viele Meldungen, so viele Nöte – jeden Tag aufs Neue und viele wissen wirklich nicht mehr was sie glauben und tun sollen. Auch mir geht es manchmal so und ich merke, es ist ganz wichtig sich Auszeiten zu schaffen. Daher kommen meine Gedanken zu diesem Monat etwas später.

Der Februar ist eine Schwellenzeit – nicht mehr ganz Winter aber auch noch nicht Frühling. Das Alte wechselt sich mit dem Neuen ab und manchmal scheint es so, als würden sie auch miteinander kämpfen. Wir dürsten nach der Sonne und freuen uns über jeden Sonnenstrahl und die ersten grünen Pflänzchen die sprießen. Man kann sich vorstellen, wie es unseren Vorfahren ging – ohne die bequeme Runde durch den Supermarkt. Die Vorräte gingen zur Neige oder waren oft sogar schon aufgebraucht. Es hieß noch die letzten Wochen ausharren, bis die Natur neue Nahrung bringt und manchmal wurde der Februar auch zur unfreiwilligen Fastenzeit. Bei vielen zeigten sich Mangelerscheinungen, zu wenig Nahrung, zu wenig Vitamine, zu wenig Sonnenschein…
Doch hieß es nun durchhalten und den Winter zu vertreiben, zu verabschieden und das Neue – den Frühling zu erwecken und zu begrüßen. Die Faschingsumzüge gehen auf dieses alte Brauchtum zurück, man verkleidete sich um den Winter zu verjagen und auszutreiben. Wahrscheinlich tat es den Menschen aber auch gut, ausgelassen und wild zu sein, das Alte abzuschütteln und durch diese Ausgelassenheit Freude und Spaß zu empfinden und zu leben.
Die Bauern besuchten ihre Streuobstwiesen und Bäume im Garten und rüttelten sie, um sie aus dem Winterschlaf aufzuwecken. Natürlich wurde sich auch daran gemacht das Zuhause wieder auf Vordermann zu bringen. Viele Monate wurde viel Zeit mit vielen Menschen im Haus verbracht, da gab es natürlich viel Schmutz auszukehren. Nun war es Zeit die Häuser zu lüften, durchs Haus zu gehen und alle Fenster zu öffnen, damit der Winter ausziehen und die frische Frühlingsluft die Räume reinigen konnte. Natürlich wurde auch „richtig“ gesäubert – es war Zeit für den Frühjahrsputz mit Lappen und Besen. Es wurde aber auch mit Kräutern nochmal das Haus geräuchert und energetisch gereinigt. Ja und wenn man damit fertig war und es draußen immer wärmer und heller wurde, dann ging wieder die Arbeit am Feld und im Garten los…

In unserer heutigen Zeit besteht nicht mehr der Bedarf alles genauso zu leben wie unsere Vorfahren es taten. Doch ich fühle, dass es uns unterstützt, wenn wir im Rhythmus der Jahreszeiten leben. Daher ist für mich der Februar, dessen Name übrigens vom Wort reinigen abstammt, tatsächlich eine Zeit der Reinigung. Die ersten Frühjahrskräuter laden dazu ein, wieder vermehrt auf die eigene Ernährung zu achten und vielleicht einen Fastentag einzulegen oder Teekuren zu starten. Aber auch ein wohltuendes Bad mit Kräutern und Salz hilft dem Körper und der Seele zu entlasten und zu reinigen. Wie unser Körper freut sich aber auch unser Zuhause über eine Entrümpelung, eine Reinigung. Es ist Zeit, die letzte Weihnachtsdeko zu entfernen, alles gut durchzulüften, zu putzen, vielleicht sogar mit Kräuterwasser auszuwischen und mit einem duftenden Räucherwerk nochmal durchs Haus zu gehen. Mich persönlich hat der Frühjahrsputz bisher immer etwas gestresst, da wir ein relativ großes Haus haben und putzen nicht zu meinen Lieblingstätigkeiten zählt. Eine liebe Kräuterkollegin hat die Tage geschrieben, dass für sie die Zeit der Hausreinigung von Imbolc bis Ostara anhält, das heißt sie gibt sich die Zeit von Anfang Februar bis Ostern. Ein bewusstes reinigen und loslassen von allem, das sie nicht mehr braucht und ihr im neuen Jahr nicht mehr dienlich ist. Dieser Gedanken hat mir Ruhe geschenkt, den putzen ist für mich immer etwas negativ und mit Hektik behaftet. Ich möchte schnell fertig werden… Nun denke ich mir, auch hier darf ich mir die Zeit nehmen die es braucht und die Reinigung im Außen auch in mir Innen stattfinden lassen.

So wird es die nächsten Wochen bestimmt noch viel hin und her geben, frühlingshafte Tage wechseln sich mit Schneeschauern ab. Auch wir dürfen uns daher noch die Zeit geben und uns zurückziehen und einfach SEIN aber auch allmählich loslegen. So wie die Keime in Mutter Erde zu keimen beginnen, so keimt es auch in uns. Keime brauchen Liebe und Fürsorge, damit sie zu kleinen Pflänzchen heranwachsen können. Bist du dir bewusst welche Keime du für dieses Jahr hegen und pflegen möchtest? Ich denke, mehr denn je bedarf es unserer bewussten Ausrichtung, was wir in uns wachsen lassen und somit in die Welt hinaustragen möchten und was nicht. Die Welt wird kein besserer Ort, wenn wir darauf schauen, was die anderen pflanzen und tun. Es braucht dich, es braucht uns, die ins eigene, selbstverantwortliche TUN kommen und ihre Keime, ihr Pflanzen - ihre Gaben in die Welt hinaustragen und sich nicht mehr vergleichen. Denn jedes Pflänzchen ist einzigartig und unvergleichlich – so wie DU!

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